Video

360° Videos / Virtual Reality

Bei einem 360 ° Video, auch vollsphärisches Panoramavideo genannt, handelt es sich um ein interaktives Video, dem eine simultane Aufzeichnung aller Perspektiven mit anschließendem Zusammenfügen der Videos vorausgeht.
Der Zuschauer erhält die Möglichkeit sein Sichtfeld während des Abspielens frei zu kontrollieren.

Bootsfahrschule BSB GmbH (Kreuzlingen, CH)

 

Kreative Effekte / Authoring und Post Processing

Das 360 °  Ausgangsmaterial kann vielseitig verwendet werden.

Zunächst lassen sich Ein- und Ausblendungen sowie Übergange zwischen den einzelnen Szenen generieren. Logos und Titel können bei Bedarf in die Sphäre projiziert werden.

Indem virtuelle Kamerabewegungen innerhalb des 360° Videos modelliert werden und die festgelegten Bildausschnitte anschließend exportiert werden, lassen sich konventionelle Videos mit virtuell geführter Kamera kreieren.

Dieser Prozess nennt sich Authoring.

Im Post Processing wird entschieden, welcher Bildausschnitt wann konkret gewünscht ist.  Somit kann auf Kameraführung durch einen designierten Kameramann verzichtet werden, da dieser Arbeitsschritt in die Nachbearbeitung verlegt wird.

Durch das kompakte Design der 360° Kamera ergeben sich demnach auch weitere Anwendungszenarien.
Sie kann an Engstellen oder Orten aufgestellt werden, wo großes Gerät oder ein Kameramann keinen Platz finden würden.

Insbesondere bei Actionaufnahmen kann dies durchaus von Vorteil sein.



Soundtrack by Dominique Valdez

Aufgrund des speziellen Formates des 360° Videos sind außergewöhnliche Effekte und Bildformate möglich.

Wie kann ich 360° Videos anschauen?

Am PC

Am einfachsten lassen sich 360° Videos auf Youtube wiedergeben. Für ein optimales Erlebnis ist die Qualitätsstufe 4k zu wählen.
Mithilfe des Mauszeigers oder den WASD-Tasten kann die Perspektive verändert werden, mit den „+“ und „-„ Tasten ist die Zoomstufe steuerbar.
Bei einer unzureichenden Internetverbindung kann das Video stocken, in diesem Fall sollte die Qualitätsstufe des Videos reduziert werden.

Auf dem Smartphone

Auf dem Smartphone können die 360° Videos mit de eingebauten Gyro-Sensor gesteuert werden.
Durch einfache Kippbewegungen sowie durch Drehungen der eigenen Körperachse kann die Perspektive verändert werden.
Ferner lässt sich der Bildausschnitt auch durch Wischen des Fingers kontrollieren.

Um ein solches Video auf dem Handy abspielen zu können,  muss es in der YouTube App geöffnet sein.
Aufgrund der hohen Datenmengen ist eine gute Internetanbindung, vorzugsweise im W-LAN,  empfehlenswert.

 

Virtual Reality

Ein besonders wirklichkeitsnahes Erlebnis kann durch den Einsatz einer Virtual Reality Brille erreicht werden. Besagte VR-Brillen sind sowohl für Smartphones als auch für den  PC oder die Playstation 4 erhältlich.

Hier im Bild die Oculus Rift für den PC. Sie wurde mit Hilfe einer Crowdfunding Kampagne im August 2012  auf Kickstarter realisiert. Die  junge US-amerikanische Firme Oculus Inc wurde kurze Zeit später von Facebook aufgekauft.

 

Zur Zeit stellen VR-Brillen für Smartphones die einfachste und kostengünstigste Lösung dar, um einen Einstieg in die VR-Welt zu erleben.
Das Smartphone wird in eine Halterung eingeschoben und fungiert in diesem Fall sowohl als Recheneinheit als auch als Display. Die Linsen skalieren das kleine Handydisplay durch starke Vergrößerung auf das gewohnte natürliche Blickfeld der Augen hoch. Falls die Auflösung des Handys gering  ist, kann die Pixelmatrix sichtbar werden,  umgangssprachlich spricht man vom Fliegengitter Effekt.

Einfache VR-Brillen  für Smartphones sind bereits ab 10 Euro zu haben! 

Eine kostengünstige Option zum Erproben ist das Google Cardboard. Hierbei handelt es sich wie der Name schon sagt um eine VR Brille aus Pappe.

 

Technik:

Anders als beim konventionellen Panoramabild werden bei der Generierung von 360° Videos mehrere Kameras genutzt, die gleichzeitig in alle Richtungen filmen.

Die so erstellten separaten Videodateien werden später am PC synchronisiert und zu einem vollsphärischen Video zusammengenäht. Dieser Prozess nennt sich Stitching.
Das fertige Video wird im equirectengular Format ausgegeben.


Auf dem Bild ist zu sehen, dass die Ränder stark verzerrt sind.

Beim Abspielen werden diese perspektivisch aufgefächert und dann zu einem Würfel zusammengefaltet in dessen Mitte sich der imaginäre Zuschauer befindet.

 

 

 

Dieses Format wird auch Cube Faces oder Würfelflächen genannt. Wird der Würfel aus der 3D Projektion auseinander geklappt, kommt die nebenstehende 2D Projektion zum Vorschein.  Die einzelnen Würfelflächen entsprechen den unverzerrten Perspektiven (oben, unten, links, vorne, mitte, rechts hinten)

 

Aufwand:

Der Arbeitsaufwand hin zu einem fertigen 360° Video gestaltet sich vergleichsweise hoch. Dies ist einerseits dem Betrieb von mehreren autonomen Kameras und der Verwaltung der ausgegebenen Videodateien geschuldet. Dazu kommt noch das komplexe Zusammenfügen der Videos, das sogenannte Stitching. Für diesen Prozesse werden spezielle Programme, vergleichsweise sehr viel Speicherplatz sowie professionelle High-End Hardware vorausgesetzt.

4k

Aufgrund der Darstellung der vollen 360° Sphäre anstatt eines vergleichsweise sehr kleinen Sichtfeldes beim konventionellen Film sind sehr hohe Auflösungen unerlässlich um verpixelte Bildausschnitte und unscharfe Videos zu vermeiden.

Der aktuelle Standard für 360° Videos liegt derzeit bei Cinema 4k. Hier wird das Bild mit  4096 x 2048 Bildpunkten aufgelöst. Dies entspricht einer Auflösung von ca. 8,39 Megapixeln. Die damit verbundenen Datenmengen sind mehr als viermal so hoch wie beim etablierten Full HD Standard für konventionelle Filme und Videos.

Die größen Datenmengen sowie das spezielle Format machen sich auch durch eine komplexere Nachbearbeitung bemerkbar.